Super E10 war im August so teuer wie nie

Emittent / Herausgeber: ANSCHÜTZ + Company / Schlagwort(e): Monatszahlen/Sonstiges
Super E10 war im August so teuer wie nie

01.09.2026 / 11:19 CET/CEST
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Super E10 war im August so teuer wie nie
 

  • Auswertung von Clever Tanken: Super E10 im August rund 7 Cent, Diesel rund 15 Cent teurer als im Juli
  • Teuerster Super-E10-Tankmonat seit Start der systematischen Aufzeichnungen von Clever Tanken im September 2013
 

Nürnberg, 1. September 2026. Super E10 war im August so teuer wie nie zuvor seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken im September 2013. Im bundesweiten Monatsdurchschnitt kostete ein Liter rund 2,1488 Euro und damit rund 7 Cent mehr als im Juli (2,0817 Euro). Noch härter traf es Dieselfahrer: Für einen Liter zahlten sie im August im Schnitt 2,2266 Euro. Das waren rund 15 Cent mehr als im Vormonat (2,0795 Euro).

Wer im August viermal 60 Liter Super E10 tankte, gab dafür im bundesweiten Durchschnitt rund 515,71 Euro aus. Das waren etwa 16,10 Euro mehr als im Juli. Im Jahresvergleich fiel der Aufschlag noch deutlich höher aus. Für dieselbe Menge mussten Autofahrende rund 118,90 Euro mehr bezahlen als im August 2025.

Noch stärker stiegen die Kosten für Diesel: Vier Tankfüllungen à 60 Liter schlugen im August durchschnittlich mit rund 534,38 Euro zu Buche. Das waren etwa 35,30 Euro mehr als im Vormonat und rund 156,70 Euro mehr als im August 2025. 

 

Iran-Krieg, Rheinpegel und Sommerferien:
Gründe für die Preisentwicklung im August

„Der Rohölmarkt hat im August ziemlich genau vorgegeben, wohin die Reise an den Zapfsäulen geht: Erst wurden Benzin und Diesel günstiger, dann deutlich teurer und zum Monatsende setzte wieder eine leichte Entspannung ein“, sagt Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken.

Tatsächlich entwickelten sich die Kraftstoffpreise im August in weiten Teilen parallel zu den Rohölnotierungen. Dabei schwankten die Preise an den internationalen Märkten erheblich: So fiel der Preis für die für Deutschland wichtige Nordseesorte Brent Anfang August zeitweise auf rund 79 US-Dollar je Barrel (159 Liter), bevor er am 20. August auf rund 94 US-Dollar stieg. Damit betrug die Spanne zwischen Monatstief und -hoch rund 15 US-Dollar beziehungsweise gut 19 Prozent.

Verantwortlich für den zwischenzeitlich kräftigen Preisanstieg waren vor allem die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Die zu Monatsbeginn vorherrschenden Hoffnungen auf eine schnelle Einigung im Iran-Krieg und eine Normalisierung der Öltransporte durch die Straße von Hormus zerschlugen sich im Monatsverlauf zunehmend. Die wichtige Handelsroute blieb somit weiterhin eingeschränkt. Zugleich drohten die USA dem Iran und dessen Handelspartnern mit weiteren Sanktionen. Die Sorge vor länger anhaltenden Lieferstörungen und möglichen Angebotsausfällen trieb die Rohölpreise daraufhin deutlich nach oben.

Dem standen jedoch auch mehrere preisdämpfende Faktoren gegenüber. So erhöhte das Ölkartell OPEC+ erneut seine Förderquoten und schürte damit die Erwartungen an ein größeres Ölangebot. Gleichzeitig senkten sowohl die Internationale Energieagentur (IEA) als auch die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ihre Prognosen für die weltweite Ölnachfrage beziehungsweise deren Wachstum.

Gegen Monatsende verstärkten neue diplomatische Bemühungen um eine Öffnung der Straße von Hormus sowie steigende US-Rohölreserven den Abwärtsdruck auf die Notierungen. Nach erneuten Militärschlägen zwischen den USA und dem Iran stieg der Brent-Preis am letzten TAG des Monats jedoch wieder auf rund 91 US-Dollar.

Neben der Entwicklung der Rohölpreise wirkten im August auch saisonale und deutschlandspezifische Faktoren auf die Kraftstoffpreise. Bis weit in den Monat hinein waren in zahlreichen Bundesländern Sommerferien, wodurch die Nachfrage nach Benzin und Diesel hoch blieb.

Für zusätzlichen Auftrieb bei den Kraftstoffpreisen sorgte das anhaltende Niedrigwasser im Rhein. Aufgrund der historisch niedrigen Pegelstände konnten Güterschiffe zeitweise nur rund 20 Prozent ihrer üblichen Ladung transportieren. Dadurch verteuerte sich insbesondere in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen die Versorgung mit Mineralölprodukten. Diese Regionen sind in besonderem Maße auf den Rhein als Transportweg und auf die Belieferung regionaler Tanklager angewiesen. Ausfälle lassen sich aufgrund begrenzter Kapazitäten von Bahn und Lkw sowie hoher Transportkosten nur eingeschränkt durch andere Lieferwege ausgleichen. Zwar ließen Regenfälle ab der dritten Augustdekade die Pegel leicht steigen, doch eine nachhaltige Entspannung war bis zum Monatsende nicht in Sicht.
 

Diesel im August 8 Cent teuer als Benzin

Obwohl die Energiesteuer auf Diesel derzeit 18,41 Cent je Liter unter der auf Benzin liegt, spiegelte sich dieser Vorteil im August an den Zapfsäulen nicht wider.

Im Gegenteil: Im Monatsdurchschnitt kostete ein Liter Diesel rund 7,78 Cent mehr als ein Liter Super E10. Damit hat sich die Preisrelation gegenüber dem Vormonat um rund 8 Cent zulasten von Diesel verschoben. Im Juli hatte Diesel noch durchschnittlich 0,22 Cent weniger als Super E10 gekostet.

  

Die günstigsten und teuersten Tanktage im August

Der günstigste Tanktag für beide Kraftstoffsorten war im vergangenen Monat der 9. August. An diesem Sonntag kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt rund 2,0740 Euro und ein Liter Diesel rund 2,1410 Euro.

Der teuerste Tanktag war hingegen – ebenfalls für Super E10 und Diesel – Sonntag, der 23. August. An diesem TAG kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt rund 2,2050 Euro und ein Liter Diesel 2,3010 Euro. 

 

Städteranking im August:
Super 
E10 in Dresden zum dritten Mal in Folge am teuersten

Den Titel der günstigsten Super-E10-Tankstadt unter den 20 größten deutschen Städten gewann im August München. In der Isarmetropole kostete der Liter Super E10 im Durchschnitt 2,1160 Euro. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Stuttgart (2,1175 Euro) und Mannheim (2,1273 Euro).

Die teuerste Super-E10-Tankstadt wurde hingegen zum dritten Mal in Folge Dresden. Hier kostete der Liter im Monatsdurchschnitt rund 2,1895 Euro. Die Plätze zwei und drei belegten Köln (2,1883 Euro) und Frankfurt am Main (2,1768 Euro).

Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten in Dresden somit durchschnittlich 525,48 Euro und damit 17,64 Euro mehr als in München.

In der Kategorie der günstigsten Diesel-Tankstädte sicherte sich Nürnberg erneut den ersten Platz. Pro Liter zahlten Autofahrende hier im Monatsdurchschnitt 2,1944 Euro. Damit schaffte es Nürnberg zum vierten Mal in Folge unter die Top drei in dieser Kategorie. Die Plätze zwei und drei belegten im August München (2,2074 Euro) und Stuttgart (2,2133 Euro).

An der Spitze der teuersten Diesel-Tankstädte stand im vergangenen Monat Wuppertal (2,2943 Euro), gefolgt von Dresden (2,2754 Euro) und Köln (2,2625 Euro). Damit zählt Dresden seit acht Monaten in Folge zu den drei teuersten Dieselstandorten Deutschlands.

 

Ausblick für September 

„Für September spricht vieles für einen weiterhin nervösen Ölmarkt – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Kraftstoffpreise“, sagt Steffen Bock.  Solange es keine belastbare Lösung für die Straße von Hormus gibt, könne laut ihm jede politische oder militärische Eskalation neue Preissprünge auslösen.

Für zusätzliche Unsicherheit sorgt zudem die Zukunft der OPEC. Denn nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate prüft laut jüngsten Medienberichten nun auch Venezuela einen Rückzug aus dem Ölkartell. Venezuela zählt zu den Gründungsstaaten der OPEC und verfügt über die größten nachgewiesenen Erdölvorkommen weltweit. Zugleich gibt es Anzeichen für Unzufriedenheit des Mitgliedsstaates Irak. Sollte der Zusammenhalt der Produzentengruppe weiter bröckeln, könnte dies ihre Fähigkeit schwächen, das weltweite Ölangebot und damit die Preise zu steuern.

Neben diesen internationalen Einflussfaktoren bleibt auch die Versorgungssituation in Deutschland ein Risiko für die Kraftstoffpreise. „Das anhaltende Niedrigwasser des Rheins kann Benzin und Diesel hierzulande zusätzlich verteuern. Einen klaren Trend nach oben oder unten sehe ich deshalb derzeit nicht“, resümiert Steffen Bock.

 

Spartipps

Steffen Bock rät Autofahrerinnen und Autofahrern, die Kraftstoffpreise vor jeder Tankfüllung per App, Navigationssystem oder online zu vergleichen. Seit der Einführung der Tankpreisbremse zahlt sich zudem der richtige Zeitpunkt noch stärker aus. Wer möglichst kurz vor der täglichen Preisanhebung um 12 Uhr tankt, kann in der Regel am meisten sparen.

Außerdem gilt, Autobahntankstellen zu jeder Tageszeit möglichst zu meiden. Denn abseits der Autobahnen sind Benzin und Diesel aufgrund des stärkeren Wettbewerbs häufig deutlich günstiger.

 

 

Über Clever Tanken

Als weltweit erstes Unternehmen informierte die infoRoad GmbH mit dem Internetportal www.clever-tanken.de bereits im Jahr 1999 Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland über die günstigsten Kraftstoffpreise der jeweiligen Umgebung. Seit 2013 ist Clever Tanken einer der ersten zugelassenen Verbraucherinformationsdienste bei der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K). Unterstützt von Recherchen des eigenen Teams werden damit täglich die Preise nahezu aller Tankstellen in Deutschland aktualisiert.

Der App-Bereich Clever Laden ergänzt das Angebot seit 2018 um Services rund um das Laden von E-Fahrzeugen. Nach einem Update im Juli 2025 lassen sich hier erstmals in Deutschland auch die Preise für spontane Ad-hoc-Ladevorgänge abrufen und melden. Dank der Partnerschaft mit dem Berliner Technologieunternehmen Cariqa ist seit August 2026 zudem das direkte Starten und Bezahlen von Ladevorgängen zu Betreiberpreisen möglich. So schafft Clever Tanken mehr Transparenz an öffentlichen Ladesäulen und baut sein Informationsangebot in Richtung Elektromobilität konsequent aus.

In Deutschland ist Clever Tanken Marktführer unter den Verbraucherinformationsdiensten zum Thema Spritpreise. Die gleichnamige Webseite wird monatlich circa acht Millionen Mal aufgerufen, die Apps circa 27 Millionen Mal. (Durchschnittswete der letzten 12 Monate; Quellen: Alphabet Analytics und Alphabet Firebase / Stand: Juli 2026).

Nicht nur Verbraucher greifen auf die Services von Clever Tanken zurück. Auch Anbieter wie HERE und Garmin verwenden die Datenbank, um ihre Nutzer über die aktuellen Spritpreise zu informieren. Print- und Rundfunkmedien nutzen den Dienst, um ihren Rezipienten die günstigsten Tankstellen in der Umgebung zu melden.

 

 

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Städteranking der Spritkosten für August 2026. © infoRoad GmbH / Clever Tanken

Städteranking der Spritkosten für August 2026. © infoRoad GmbH / Clever Tanken

Städteranking mit Durchschnittskosten für Diesel und Super E10 im August 2026. © infoRoad GmbH / Clever Tanken
Städteranking mit Durchschnittskosten für Diesel und Super E10 im August 2026. © infoRoad GmbH / Clever Tanken

 



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