Richtfest mal anders: In der Gelsenkirchener Eichkampsiedlung wurde am 15. September nicht nur auf den Baufortschritt angestoßen, sondern gleich ein ganzer Nachmittag gemeinsam gefeiert. Zum Mieter- und Richtfest der LEG kamen Familien mit Kindern, Senioren und viele weitere Bewohner zusammen. Zwischen Torwandschießen, Hüpfburg, Hotdogs und Popcorn stand dabei das Richtfest der neuen Energiezentrale im Mittelpunkt. Sie entsteht auf der Grünfläche nördlich des Dachsweg 12 und bildet das Herzstück des Forschungsprojektes „Future-iQ“. Das Ziel: Die Eichkampsiedlung soll künftig klimafreundlicher und nachhaltiger mit Wärme versorgt werden.
Von vielen kleinen Kesseln zu einem großen Plan
Die bisherige dezentrale Wärmeversorgung mit Gaskesseln wird dafür grundlegend modernisiert. Es entsteht ein neues zentralisiertes Nahwärmenetz, das künftig 67 Wohngebäude mit insgesamt 260 Wohneinheiten zuverlässig und umweltschonend mit Wärme versorgen wird. Bauherrin der Energiezentrale ist die LEG-Tochter EnergieServicePlus. Im Gebäude wird eine Großwärmepumpe mit einer Leistung von 500 Kilowatt integriert. Für besonders hohe Wärmebedarfe kommt ergänzend ein gasbefeuerter Heizkessel mit rund 1.000 Kilowatt Leistung zum Einsatz. Ein 38 Kubikmeter großer Heizpufferspeicher sorgt dafür, dass die Gesamtanlage stabil und bedarfsgerecht arbeitet. Bis Anfang 2027 soll die Anlagentechnik installiert werden. Parallel wächst das Wärmenetz im Quartier. Auf der Stromseite wird das Projekt durch den Ausbau von Photovoltaik ergänzt. Besonders spannend: Die neuen Wärmepumpen im Quartier nutzen künftig Abwärme aus einem benachbarten Abwasserkanal – Energie, die sonst ungenutzt bliebe.
Von der Torwand in die Zukunft
Während auf der Baustelle die Energiewende Gestalt annimmt, ging es beim Fest deutlich weniger technisch zu. Die jungen Gäste konnten sich beim Torwandschießen und auf der Hüpfburg austoben. Die Bewohner nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich bei den Experten über das Projekt und die nächsten Schritte zu informieren. „Und ganz nebenbei wurde das gepflegt, was für ein gutes Quartier mindestens genauso wichtig ist wie moderne Technik: die Nachbarschaft“, so Joshua Kristan, Leiter Kundenbetreuung Niederlassung Gelsenkirchen. „Damit knüpfte das Fest an unsere bewährte Quartiersarbeit an.“
Gelsenkirchen als Labor für die Energiewende
„Die Eichkampsiedlung ist dabei mehr als nur ein einzelnes Modernisierungsprojekt“, so Ulrike Janssen, Geschäftsführerin LEG Wohnen NRW GmbH. „Sie dient als Testfeld für die urbane Energiewende allgemein. Unsere hier erprobten Konzepte sollen perspektivisch auch auf andere Quartiere übertragbar sein. Aus den Erfahrungen sollen praxisnahe Handlungsempfehlungen entstehen, die dabei helfen, die Energiewende in bestehenden Wohnquartieren schneller voranzubringen.“
Genau dafür steht „Future-iQ“ – integrale Quartierslösungen: Bestehende Wohnquartiere sollen intelligent weiterentwickelt und sozialverträglich dekarbonisiert werden. Innovative Energietechnologien treffen dabei auf die Realität des Wohnungsbestandes – und auf die Menschen, die dort leben. Denn eine erfolgreiche Energiewende funktioniert nicht allein mit Technik, sondern gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.
Gemeinsam forschen, gemeinsam umsetzen
Future-iQ ist ein Gemeinschaftsprojekt der EnergieServicePlus sowie der Fraunhofer-Institute UMSICHT und FIT. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Begleitet wird das Projekt vom Projektträger Jülich (PTJ), Fachbereich „Energieeffizienz für Quartiere“. Zusammengefunden haben die Projektpartner über den ODH – Open District Hub e.V.
Weitere Informationen:
Future-iQ
Future-iQ: Beschleunigung der Energiewende im Quartier - Fraunhofer UMSICHT
Ihre Ansprechpartnerin:
Astrid Mendolia, Tel. 02 11 / 45 68-351
Über die LEG
Die LEG Immobilien SE gehört mit rund 171.000 Mietwohnungen und etwa 500.000 Bewohnerinnen und Bewohnern zu den führenden börsennotierten Wohnungsunternehmen in Deutschland. Das Unternehmen ist mit acht Niederlassungen sowie zusätzlichen lokalen Ansprechpartnern in ausgewählten Regionen präsent. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die LEG Immobilien SE eine Nettokaltmiete von rund 920 Millionen Euro. Mit einer durchschnittlichen Miete von rund 7 Euro pro Quadratmeter, einem hohen Bestand an gefördertem Wohnraum, einer konsequenten Digitalisierungsstrategie und ihrem Engagement für effizienten Klimaschutz setzt die LEG wichtige Impulse für eine verantwortungsvolle und zukunftssichere Wohnungswirtschaft. Als eines der ersten Unternehmen der Branche baut sie ein technologiegetriebenes Operating Model und treibt seit 2022 gezielt Innovationen über eigene GreenTech- und PropTech-Gründungen voran.
