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Lenzing verbessert Profitabilität in den ersten neun Monaten 2026
Lenzing , 5. November 2026 – Die Lenzing Gruppe erzielte in den ersten neun Monaten 2026 in einem weiterhin volatilen Marktumfeld, geprägt von geopolitischen Spannungen, wie etwa dem Konflikt im Iran, handelspolitischen Unsicherheiten bei Zöllen sowie weiterhin erhöhten Energie- und Chemikalienpreisen, Umsatzerlöse von EUR 1,93 Mrd. und ein bereinigtes Betriebsergebnis vor Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) von EUR 353 Mio.
Die im Juli beschlossene Strategie „Grow Nonwovens. Reset Textile“ setzt einen klaren Fokus auf die Profitabilität des Faserproduktportfolios. Trotz des erwarteten Umsatzrückgangs durch die gezielte Reduktion von Standardfaserkapazitäten konnte das bereinigte EBITDA auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums gehalten werden. Gleichzeitig verbesserte sich die bereinigte EBITDA-Marge von 17,9 Prozent auf 18,3 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich der Fortschritt im dritten Quartal: Gegenüber Q3 2025 erhöhte sich die bereinigte EBITDA-Marge um 4,0 Prozentpunkte von 13,3 Prozent auf 17,3 Prozent. Die Margenentwicklung verdeutlicht die zunehmende operative Ertragskraft und bestätigt die Wirksamkeit der umgesetzten Profitabilitätsmaßnahmen.
„Das dritte Quartal 2026 markiert einen wichtigen Meilenstein in der Neuausrichtung der Lenzing Gruppe. Unser Fokus liegt nun auf der konsequenten Umsetzung unserer neuen Strategie. Die stabile Ergebnisentwicklung und die verbesserte Marge zeigen, dass unsere Maßnahmen Wirkung entfalten. Unter den strategischen Prioritäten „Grow Nonwovens. Reset Textile“ treiben wir die Transformation konsequent voran und werden bis Jahresende weitere wesentliche Weichen zur Optimierung unseres Produktportfolios und Produktionsnetzwerks stellen“, sagt Georg Kasperkovitz, CEO der Lenzing Gruppe.
Ergebnisentwicklung in den ersten neun Monaten 2026 Die Umsatzerlöse der Lenzing Gruppe gingen in den ersten drei Quartalen 2026 um 2,3 Prozent auf EUR 1,93 Mrd. zurück (Vorjahr: EUR 1.972 Mio.). Ausschlaggebend waren insbesondere geringere Verkaufsmengen infolge des gezielten Zurückfahrens der Produktion von Standardfasern sowie niedrigere Zellstoffpreise.
Das bereinigte EBITDA lag mit EUR 353 Mio. nahezu auf Vorjahresniveau (EUR 352,7 Mio.). Die bereinigte EBITDA-Marge stieg auf 18,3 Prozent nach 17,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA reduzierte sich um 7 Prozent auf EUR 316,4 Mio. (Vorjahr: EUR 340,4 Mio.) und war durch Effekte aus Restrukturierungsmaßnahmen von EUR 36,6 Mio. (Vorjahr: EUR 12,3 Mio.) im Zusammenhang mit der laufenden strategischen Transformation belastet; die EBITDA-Marge lag bei 16,4 Prozent (Vorjahr: 17,3 Prozent).
Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf EUR -55,1 Mio. (Vorjahr: EUR 20,6 Mio.) und war maßgeblich durch die nicht zahlungswirksamen Wertberichtigungen auf langfristige Vermögenswerte der Produktionsstandorte Heiligenkreuz und Grimsby in der Höhe von EUR 136,1 Mio.[1] (Vorjahr: EUR 82 Mio. auf langfristige Vermögenswerte in Indonesien) beeinflusst. Die Wertberichtigungen haben keinen Einfluss auf das EBITDA. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei EUR -126,9 Mio. (Vorjahr: EUR -98,7 Mio.), das Ergebnis nach Steuern bei EUR -130,3 Mio. (Vorjahr: EUR -105 Mio.). Bereinigt um Wertberichtigungen und Effekte aus Restrukturierungsmaßnahmen lag das Ergebnis nach Steuern bei EUR 42,4 Mio. (Vorjahr: EUR -10,8 Mio.).
Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte (CAPEX) lagen bei EUR 97 Mio. (Vorjahr: EUR 93,2 Mio.). Wesentliche Investitionen wurden am Standort Lenzing getätigt, u.a. für eine neue Holzverarbeitungsanlage und für ein Projekt zur Verbesserung der Wasserversorgung. Strategische Transformation wird konsequent umgesetzt Unter den Prioritäten „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ richtet Lenzing das Geschäfts- und Produktionsportfolio gezielt neu aus. Im Mittelpunkt stehen das profitable organische Wachstum des Vliesstoffgeschäfts, die Fokussierung des Textilgeschäfts auf differenzierte PREMIUM - und Spezialanwendungen sowie die weitere Stärkung des Zellstoff- und Bioraffineriegeschäfts. Gleichzeitig zieht sich Lenzing schrittweise aus margenschwachen Standardfasersegmenten und High-Cost-Produktionsstandorten zurück.
Ein weiterer wesentlicher Hebel ist das fokussierte Performance-Programm. Aufbauend auf den im Jahr 2025 realisierten Kosteneinsparungen von mehr als EUR 200 Mio. sollen gegenüber den Ist-Werten 2025 zusätzliche Einsparungen von insgesamt EUR 120 Mio. erzielt werden. Die volle Ergebniswirksamkeit wird bis Ende 2027 erwartet. Darin enthalten sind angekündigte jährliche Personalkosteneinsparungen von EUR 45 Mio. aus der Reduktion von rund 600 Positionen, überwiegend in administrativen Bereichen. Zum 30. September 2026 waren davon Dienstverhältnisse von mehr als 260 Vollzeitäquivalenten rechtlich beendet, die damit verbundenen Einsparungen belaufen sich auf annualisiert EUR 27 Mio. Durch Optimierungen im Energie- und OPEX-Bereich werden darüber hinaus EUR 35 Mio. an Einsparungen angestrebt. Darüber hinaus sind im Zuge der Optimierung des Produktionsnetzwerks zusätzliche Personaleinsparungen sowie nicht personalbezogene Einsparungen durch Kostenreduktionen im Verwaltungsbereich geplant.
Im Rahmen der Optimierung des globalen Produktionsnetzwerks führt Lenzing den bereits kommunizierten Verkaufsprozess für den indonesischen Faserproduktionsstandort fort. Parallel dazu ist die Einstellung der Produktion in Heiligenkreuz bis Ende des ersten Quartals 2027 und in Grimsby bis Ende 2027 geplant. Dazu werden aktuell wertoptimierte Optionen für den Verkauf dieser Assets geprüft und in Österreich der Abbau der Mitarbeitenden des Werks in Heiligenkreuz fristgerecht beim AMS gemeldet.
Mit der im Oktober 2026 erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung über rund EUR 300 Mio. und neuen Finanzierungsvereinbarungen von ebenfalls rund EUR 300 Mio., von denen bereits rund die Hälfte verbindlich vereinbart wurde, hat Lenzing wesentliche Fortschritte bei der Stärkung der Finanzstruktur erzielt. Die vollständige Umsetzung der Maßnahmen wird bis Jahresende 2026 erwartet und schafft zusätzliche finanzielle Flexibilität für die weitere Umsetzung der strategischen Transformation.
Ausblick Die Lenzing Gruppe wird die strategische Transformation unter den Prioritäten „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2026 und darüber hinaus konsequent vorantreiben. Lenzing beabsichtigt, das Vliesstoffgeschäft deutlich auszubauen, die führende Position als innovativer Hersteller von Textilfasern zu verteidigen und fossile Materialien zunehmend durch holzbasierte Faserlösungen zu ersetzen.
Geplant sind Kapazitätsumstellungen von Textil- auf Vliesstofffasern, Portfolioerweiterungen insbesondere im Hygienesegment und bei Filteranwendungen sowie die Entwicklung und Markteinführung neuer Fasern. Im Textilgeschäft stehen differenzierte Premiumsegmente, Spezialitätenlösungen und strategische Kundenpartnerschaften im Fokus, während der Rückzug aus margenschwachen Standardfasern fortgesetzt wird.Innovative Fasertechnologien und Plattformen wie die TreeToTextile-Technologie, Lenzing ™ Nonwoven Technology sollen das Wachstum beider Geschäftsbereiche unterstützen. Darüber hinaus wird Lenzing das Zellstoffgeschäft weiter stärken.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Lenzing ein bereinigtes EBITDA[2], das über dem Vorjahresniveau (ber. EBITDA 2025: EUR 425,6 Mio.) und zwischen EUR 430 Mio. und EUR 460 Mio. liegt. Mittelfristig verfolgt Lenzing weiterhin das Ziel, wieder Umsatzwachstum zu erzielen, das EBITDA um EUR 150 Mio. zu steigern, eine EBITDA-Marge von 20 bis 25 Prozent zu erreichen und den Verschuldungsgrad (Leverage) auf unter 2,5x zu senken. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann dennoch, abhängig von geopolitischen und wirtschaftlichen Faktoren sowie der Zyklizität der Branche, von aktuellen Erwartungen abweichen. Jegliche Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung ist daher mit Prognoserisiken behaftet.
Foto-Download: https://mediadb.lenzing.com/pinaccess/showpin.do?pinCode=l5P1Q9g4Q8q2
[1] Betrag vorbehaltlich der Prüfung durch den Abschlussprüfer [2] Berichtetes EBITDA bereinigt um Effekte aus Restrukturierungsmaßnahmen
05.11.2026 CET/CEST Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht, übermittelt durch EQS Group |
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2428804 05.11.2026 CET/CEST